Inés Pérez García

Was hat Sie dazu bewogen, Musikerin zu werden?
Klassik war die erste Musik meiner Kindheit, nämlich in Form von Kinder-CDs mit klassischen „Top-Hits“. Auf Empfehlung der Musikschule meines Dorfes entschieden meine Eltern, dass die Geige gut zu mir passen könnte. Mein Großvater hatte immer gerne Geige spielen wollen, es aber nie verwirklichen können, denn es war zur damaligen Zeit Krieg in Spanien.

Welches sind die wichtigsten Stationen und Errungenschaften in Ihrer bisherigen Musikerlaufbahn?
Mein erster Lehrer Jaczek Niwelt und Amayak Dourgaryan, Mitglied der berühmten Moscow Virtuosi, hatten einen großen Einfluss auf meine Entwicklung. Wie Dourgaryan waren viele Musiker dieses Kammerorchesters nach dem Zerfall der Sowjetunion auf Einladung Prinz Felipes nach Nordspanien, meine Heimatregion, gekommen. Meinen Bachelor machte ich am Konservatorium in Madrid, lebte abwechselnd dort, auf Mallorca und in Asturien und suchte nach einem Ort zum Weiterstudieren. So kam ich nach Stuttgart zu Prof. Christine Busch. Mein erstes Praktikum führte mich zu den Stuttgarter Philharmonikern. Darauf folgten ein Volontariat beim SWR – eine sehr schöne Zeit –, Aushilfstätigkeiten in Frankfurt, Mannheim, beim Orchestre L’Olympique und ein Zeitvertrag an der Staatsoper Stuttgart. Auch in Spanien habe ich in einigen Orchestern gespielt, z. B. beim Rundfunkorchester Madrid und dem Sinfonieorchester in Valencia.

Was bedeutet das SKO für Sie?
Seit meinem 16. Lebensjahr spiele ich Kammermusik. Und wenn man in Stuttgart lebt und dann noch Teil des SKO sein kann, ist das wie ein Geschenk. Durch das Zusammenspielen und die Lust, gemeinsam etwas auf sehr hohem Niveau zu machen, habe ich hier meine Motivation, das Kammermusikgefühl, wiedergefunden. Wir sind wie eine Familie, man fühlt sich beschützt von den Kollegen.

Wenn Sie nicht gerade proben oder konzertieren, was machen Sie am liebsten?
Mein größtes Interesse – neben meinem Faible für Rockkonzerte – gilt der Psychologie. Mein nächstes persönliches Projekt wäre es, das Fach irgendwann richtig zu studieren und mit Musik zu verbinden.