ABGESAGT | Russische Seele (Abo-Konzert Nr. 5)

© Reiner Pfisterer

Das Konzert muss corona-bedingt leider abgesagt werden.

 

Thomas Zehetmair ·  Leitung


Dmitri Schostakowitsch
Präludium und Scherzo op. 11 für Streichorchester

Sofia Gubaidulina
„Sieben Worte“ für Violoncello, Bajan und Streichorchester

Pjotr Tschaikowsky
Streichquartett Nr. 3 es-Moll op. 3


Einführung um 19.15 Uhr 

„Ich bin der Punkt, wo Ost und West sich treffen.“ Sofia Gubaidulina wurde in Tschistopol in der tatarischen Republik geboren. Sie studierte in Moskau und lebt seit 1992 in Deutschland. Ihr Großvater war Mullah, sie selbst ist russischorthodox.

Die „Sieben Worte“ mit Cello und russischem Knopfakkordeon handeln von der Passion Christi. Im Druck hieß das Werk von 1982 allerdings ganz neutral „Partita“. Komponist zu sein in der Sowjetunion – das bedeutete meist, sich für eine Richtung entscheiden zu müssen. Mit dem Strom oder gegen den Strom? Schostakowitsch ermutigte Gubaidulina dazu, sich immer treu zu bleiben. Im Präludium blickt er weit zurück zu Bach, sein Scherzo tanzt hinter einer Maske. Schon im Opus 11 von 1925 lässt sich Schostakowitschs Musik nicht auf eine Lesart festlegen. Doppelbödig, tiefgründig, innig und heftig ist auch Tschaikowskys 3. Streichquartett, geschrieben im „Schwanensee“-Jahr 1876. Es ist dem Andenken eines Freundes gewidmet.