© Wolfgang Schmidt

Porträt

Das Stuttgarter Kammerorchester (SKO) feiert in der Spielzeit 2020/2021 sein 75-jähriges Bestehen. Das einst von Karl Münchinger ins Leben gerufene Orchester entwickelte seit seinen Anfängen eine unverwechselbare Klangkultur und wurde damit zu einem Vorbild für viele weitere Ensemblegründungen. Unter Dennis Russell Davies, dem Ehrendirigenten des SKO, öffnete sich das Orchester gezielt auch für die Musik der Gegenwart. Mit seinem Nachfolger Michael Hofstetter entwickelte der Klangkörper weitere Kompetenz auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis, Matthias Foremny überraschte mit Ausgrabungen und der Lust an Talentförderung. Heute steht das SKO für die inspirierende Verbindung von Tradition und Pioniergeist. Mit Stuttgart und seiner Heimatregion ist das SKO durch Konzerte, Kooperationen und Projekte eng verbunden und begeistert als musikalischer Botschafter auf Tourneen und Gastspielreisen das Publikum auf der ganzen Welt. Seine umfassende Diskografie, darunter etliche Referenzaufnahmen, zeugt mit hochkarätigen Solisten und handverlesenen Programmen vom Weltrang dieses Ensembles.

Chefdirigent ist der international gefeierte Violinist und Dirigent Thomas Zehetmair. Künstlerischer Partner des Orchesters ist der renommierte Komponist, Dirigent und Klarinettist Jörg Widmann. Gemeinsam geben sie dem Stuttgarter Kammerorchester als musikalisches Führungsduo neue Impulse bei der Interpretation des breitgefächerten Repertoires vom Frühbarock bis zum 21. Jahrhundert und treten in einigen Konzerten auch als Solisten in Erscheinung. Das Orchester präsentiert sich sowohl als „SKO pur” in seiner Originalbesetzung mit 17 Streichern als auch in sinfonischer Besetzung z. B. für große romantische Werke. Für die Abo-Konzerte der Jubiläumsspielzeit konnten erstklassige Künstler wie Pierre-Laurent Aimard, Dejan Lazić und Heinz Holliger als Gäste gewonnen werden. Tourneen nach Russland, China und durch ganz Europa sowie Gastspiele in führenden Konzertsälen wie der Tonhalle Zürich, dem Concertgebouw Amsterdam und dem Konzerthaus Wien stehen ebenfalls auf dem SKO-Spielplan 2020/2021.

In den Sternstunden, der eigenen Konzertreihe des Stuttgarter Kammerorchesters im StadtPalais – Museum für Stuttgart, werden lustvoll Genregrenzen überschritten und programmatische Experimente gewagt. Strawinskys Ballettmusik „Apollon musagète” wird mit Werken und Choreografien aus der Zeit Ludwigs XIV. kombiniert. Der Pianist Gwilym Simcock, Shooting-Star der britischen Jazz-Szene, ist mit Bearbeitungen französischer Impressionisten und Jazz-Improvisationen zu erleben. In „Händel meets Hendrix” begegnen sich der Barockmeister und die Pop-Ikone der 60er Jahre in elektrisierenden Adaptionen für Streichorchester auf Augenhöhe. Auch die Uraufführungen von drei Auftrags-kompositionen von Gwilym Simcock, der Bach-Preisträgerin Adriana Hölszky und dem Jazz-Geiger Adam Bałdych zählen zu den Sternstunden dieser Jubiläumsspielzeit.
Auf dem sich ständig wandelnden Gebiet der Digitalisierung entdeckt das Stuttgarter Kammerorchester immer neue kreative Felder. Seit 2018 entstehen hier innovative Projekte mit Virtual Reality, Künstlicher Intelligenz, Music Games und Hologramm-Konzerten, die das klassische Fundament des Klangkörpers erweitern und dem Publikum bereichernde Erlebnisse bieten sollen.

Und auch das preisgekrönte Musikvermittlungsprogramm SKOhr-Labor bereitet mit maßgeschneiderten Projekten für Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft den Weg in die Zukunft. In der Spielzeit 2020/2021 steht beispielsweise eine „Knastoper” mit jugendlichen Straftätern der JVA Adelsheim auf dem Programm.

Das Stuttgarter Kammerorchester wird gefördert vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und der Robert Bosch GmbH sowie zahlreichen Projektsponsoren, Mäzenen und Spendern.