Ulrike Eickenbusch

Ulrike Eickenbusch ist seit 1999 Cellistin im Stuttgarter Kammerorchester.
In Westfalen geboren, verbrachte sie dort ihre Jugend mit Musik, Bewegung – u.a. wurde sie Stadtmeisterin im Kugelstoßen –  und trotzdem einer humanistischen Erziehung, die mit einem Einskommanull Abitur endete.

Ihre musikalische Ausbildung absolvierte sie an den Hochschulen in Frankfurt und Tel Aviv mit einem Stipendium der Begabtenförderung Cusanuswerk. Nach dem Beginn in Frankfurt bei Gerhard Mantel war für sie die Studienzeit bei Uzi Wiesel in Tel Aviv von großer Bedeutung. Der erstklassige Unterricht und das hohe Niveau des streicherischen Umfelds in Israel haben ihre dortigen Studienjahre geprägt, in denen sie außerdem wichtige Orchestererfahrungen im renommierten Israel Philharmonic Orchestra sammeln konnte.

Sie schloss ihre Studien mit einem Master of Music mit summa cum laude in Tel Aviv und dem Konzertexamen in Frankfurt ab.

Einige „Wanderjahre“ verbrachte sie im Opernorchester des Nationaltheaters Mannheim, im Musical Miss Saigon, bei „Jazz meets Classic“ oder auch Tanzmusik der 30er Jahre, zwischen Barockkurs und Festival für Neue Musik.

Im Bereich der Modernen Musik nahm sie als Gast an zahlreichen Produktionen und internationalen Festivals mit dem Ensemble Modern und der Musikfabrik Düsseldorf teil, u.a. an der Biennale Berlin, am Zeitfluss Festival Salzburg/Salzburger Festspiele und bei den Darmstädter Tagen für Neue Musik. An der Staatsoper Stuttgart war sie 1995/96 als Solistin der Produktion „match“ von Mauricio Kagel engagiert.

2009 spielte sie eine Solo CD mit Werken von Bach und Kurtág ein.

Ihre große Vorliebe gilt der Kammermusik.
1989 erster Preis im Kammermusik-Wettbewerb der Rubin Academy in Tel Aviv mit Johannes Oesterlee, Violoncello. Seitdem hat das Celloduo ungewöhnliche Programme mit Werken von Matthew Locke bis Boris Blacher und Jan Radzynski im Repertoire.
1998 Erster Preis im 8. Internationalen Musikwettbewerb Carlo Soliva in Italien mit dem Turina-Klaviertrio.

Ulrike Eickenbusch hat Solo-Programme für Ausstellungen und Museen entwickelt, die ihr großes Interesse an Literatur und bildender Kunst widerspiegeln.
Sie war zu Gast bei der Kyburgiade/Schweiz, im Lichtraum Dresden bei Raphael Seitz, beim Gengenbacher Kultursommer, beim Wortfestival in Lippstadt, im Theodor-Zink-Museum/Kaiserslautern, im Schloss Waldthausen/Mainz u.a.
2011 hat sie ein Soloprogramm mit Werken von Bach, Gabrielli, Kurtág, Scelsi, Lachenmann, Lombardi und Saariaho als Wandelkonzert im Rahmen der Ausstellung „Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart“ für das Kunstmuseum Stuttgart konzipiert und aufgeführt. Aufgrund des Erfolgs wurde sie damit 2012 ins Vitra Museum/Weil am Rhein eingeladen.

Weitere Kammermusik-Projekte der letzten Jahre:
Klaviertrio mit Maki Namekawa (Klavier) und Mirjana Miteva (Vl) mit Werken von Schönberg, Copland, Ives, Chick Corea, Schnittke u.a.
Duoprogramm Musikstadt Leipzig: mit dem Pianisten Jascha Nemtsov und Werken von Schumann, Mendelssohn, Grieg in Kombination mit unbekannteren Romantikern, z.B. Johann Benjamin Groß.
Streichtrio mit Adrian Iliescu (Vl) und Julia Neher (Va) und Werken von Beethoven, Dohnanyi, Francaix, Schnittke u.a.
Haydns „Sieben letzte Worte“ mit Susanne von Gutzeit (Vl), Klaus von Niswandt (Vl), Simone Püschel (Va) und der Sprecherin Barbara Stoll.
Botschaften von der Erde: Quartett mit Piotr Szabat (Vl), Malgo Keitel (Vl), Laura Möhr (Va) und Werken von J.S. Bach, Kevin Volans, L. van Beethoven, D. Schostakowitsch.
Alte Musik in der Solitude Kapelle: mit Susanne von Gutzeit (Vl), Klaus von Niswandt (Vl), Manuel Hofer (Va) und Martin Tiemann (Cembalo).
Conte fantastique für Harfe und Streichquartett mit der australischen Harfensolistin Alice Giles und Frederike Wagner, Soloharfenistin der Staatsoper Stuttgart, sowie Piotr Szabat (Vl), Katharina Fasoli (Vl), Jan Melichar (Va).
Stamitz A-Dur Violoncellokonzert mit der Kammerphilharmonie der Universität Stuttgart, Ltg. Olivier Pols.

Aktuell:
Traumgesichter: ein literarisch-musikalisches Programm mit Katarzyna Myćka (Marimba) und Barbara Stoll (Rezitation).
Sextett mit Yu Zhuang, Dorothea Knell, Marko Milenković, Iiro Rajakoski, Nikolaus von Bülow und Werken von Mozart, Martinu und Brahms.
Duoprogramm Im Volkston: mit Nadine Hartung (Klavier) und Schumann, Mainardi, de Falla, Braun, Grieg.

Ihr Violoncello, um 1830 von den Brüdern Raffaele und Antonio Gagliano in Neapel gebaut, fand sie beim Stuttgarter Geigenbauer Homolka.