© Wolfgang Schmidt

Stuttgarter Kammerorchester

Das Stuttgarter Kammerorchester (SKO), 1945 von Karl Münchinger ins Leben gerufen, entwickelte seit seinen Anfängen eine unverwechselbare Klangkultur und wurde damit zu einem Vorbild für viele weitere Ensemblegründungen. Unter Dennis Russell Davies, dem Ehrendirigenten des SKO, öffnete sich das Orchester gezielt auch für die Musik der Gegenwart. Mit seinem Nachfolger Michael Hofstetter entwickelte der Klangkörper weitere Kompetenz auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis.

Heute, 75 Jahre nach seiner Gründung, sieht sich das SKO als kulturelle Instanz in einer Doppelrolle. Unter der Leitung von Chefdirigent Thomas Zehetmair und Jörg Widmann als Künstlerischem Partner sowie des Geschäftsführenden und Künstlerischen Intendanten Markus Korselt heißt es, die Tradition bewahren und gleichzeitig klangliche und programmatische Maßstäbe für die Zukunft setzen. Ein reiches, die Jahrhunderte überspannendes Repertoire vom Barock bis hin zu Kompositionsaufträgen sowie selbstbewusste Genreüberschreitungen mit Jazz und elektronischer Musik in aufregenden Formaten und Projekten nah am Publikum machen es zu einem der versiertesten Klangkörper seiner Art. Mit Stuttgart und seiner Heimatregion ist das SKO durch Konzerte, Kooperationen und Projekte eng verbunden und begeistert als musikalischer Botschafter auf Tourneen und Gastspielreisen das Publikum auf der ganzen Welt. Seine umfassende Diskografie zeugt mit hochkarätigen Solisten und handverlesenen Programmen vom Rang des Ensembles.

Das Orchester präsentiert sich sowohl als „SKO pur” in seiner Stammbesetzung mit 17 Streichern als auch in sinfonischer Besetzung. Für 2021 konnten erstklassige Künstler wie Kristian Bezuidenhout, Arabella Steinbacher und Okka von der Damerau als Gäste gewonnen werden. Gastspiele in die führenden europäischen Konzertsäle, darunter die Elbphilharmonie Hamburg, die Kölner Philharmonie oder das Konzerthaus Wien stehen auf dem Spielplan.

In den „Sternstunden“, der eigenen Konzertreihe des SKO, werden lustvoll Genregrenzen überschritten und programmatische Experimente gewagt. So geht es 2021 etwa um musikalische Erlösung, wenn Nirvana auf Henry Purcell trifft; der Bach-Experte Henning Möller erforscht die mathematischen Denkspiele des großen deutschen Komponisten; zudem stehen die Uraufführungen zweier Auftragskompositionen von Jazz-Geiger Adam Bałdych und Adriana Hölszky an.

Auf dem sich ständig wandelnden Gebiet der Digitalisierung entdeckt das Stuttgarter Kammerorchester immer neue kreative Felder. Seit 2018 entstehen hier innovative Projekte mit Virtual und Augmented Reality, Künstlicher Intelligenz und Hologramm-Konzerten, die das klassische Fundament des Klangkörpers erweitern und dem Publikum neue künstlerische Erfahrungen bieten.

Mit seinem Musikvermittlungsprogramm „SKOhr-Labor” entwickelt das Stuttgarter Kammerorchester seit 2015 partizipative Formate für Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft. Durch maßgeschneiderte Projekte übernimmt das SKO soziale Verantwortung und bereitet den Weg in die Zukunft. Beispielsweise wurde eine „Knastoper” mit jugendlichen Straftätern der JVA Adelsheim entwickelt, wofür das SKO den Preis „The Power of the Arts“ gewonnen hat. Die Aufführungen sind für Sommer 2022 geplant.

Das Stuttgarter Kammerorchester wird gefördert vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und der Robert Bosch GmbH sowie zahlreichen Projektsponsoren, Mäzenen und Spendern.